"Intelligent" ist heute sowieso schon fast alles. Was ist da noch besonders dabei?

Heutzutage wird schon fast alles als "intelligent" verkauft. Ab wann darf man aber etwas wirklich als "intelligent" bezeichnen?

Von "intelligenten Sensoren" über "intelligente Waschmaschinen" und "intelligente Zahnbürsten" bis hin zu "intelligenten Materialien" wird heute schon fast alles als "intelligent" bezeichnet und verkauft. Aber bei genauerem Hinsehen wird nur selten gehalten, was versprochen wird. Die gilt insbesondere natürlich im aktuellen Hype um KI, wo nahezu jeder und alles "AI inside" für sich beansprucht.

So ist z.B. nicht die menschliche Hand mit ihren vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten und ihrem ausgeklügelten Tastsinn intelligent. Sie kann noch so faszinierende Funktionalität und Sensorik beinhalten, "intelligent" wird diese erst durch die Steuerung des Gehirns, welches all ihre Funktionen bestmöglich einzusetzen weiß. In diesem Sinn ist es falsch, wenn man von "intelligenter Sensorik" spricht. Denn Intelligenz entsteht nicht durch die bloße Zusammenführung von Daten und Informationen sondern erst durch die passenden Steuerungsalgorithmen, welche aus den bestehenden Informationen die entsprechenden Aktionen ableiten und "intelligent" agieren.

Unter Berücksichtigung der verschiedensten existierenden wissenschaftlichen Definitionen für Intelligenz, sollte ein technisches System mindestens folgende Eigenschaften aufweisen, um "intelligent" bezeichnet werden zu dürfen:

  • Erkennung und Interpretation der Situation
  • Bewerten und Abwägen von verschiedenen Handlungsalternativen
  • Adaption an geänderte Umweltbedingungen und Anpassung an neue Situationen (Lernfähigkeit)
  • Zielgerichtetes Vorgehen

Obige Defintion ist u.a. abgeleitet aus Russel, Norvig: Artificial Intelligence, A Modern Approach, Kapitel 2.

Zuletzt aktualisiert am 2018-05-19 von Andreas Kuhn.

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